Wie vergoldet man Rosen?

Für den Valentinstag sind einzelne vergoldete Rosen ein beliebtes Geschenk für eine Dame, die jemand wertschätzt. Doch unter den klassischen Vergoldungsverfahren eignet sich für eine so empfindliche Oberfläche nicht jedes. Üblicherweise werden Vergoldungen mittels Blattgold-Beschichtung vorgenommen. Außerdem können sie mit Verfahren wie

  • elektrochemischer Zementation
  • galvanischen Verfahren
  • keramischer Aufbrennvergoldung
  • Walzvergoldung
  • dem Aufdampfen im Vakuum
  • der Anreibe-Vergoldung
  • oder der Feuervergoldung

ausgeführt werden. Die meisten der genannten Verfahren eignen sich nur für technische Gegenstände, Schmuck und harte Oberflächen. Für eine Gold Rose müsste man anders vorgehen. Es geht dabei nämlich nicht um eine aus Gold hergestellte Rose. Diese wäre unbezahlbar. Es geht um eine echte Rose, die mit einem Goldüberzug aus 24 Karat Gold versehen wird. In China wird die Vergoldung maschinell ausgeführt. Das Ergebnis ist meist minderwertig. Das manuelle Vergoldungsverfahren ist aufwendiger und daher auch hochwertiger. Zum Einsatz kommt dabei die Galvanisierung.

Wie vergoldet man eine echte Rose?

In Deutschland werden dafür nur wunderschön gewachsene Rosen verwendet. Ob diese aus einheimischem Anbau stammen oder nicht, ist Sache des Vergolders. Der Beginn des manuellen Vergoldungsprozesses liegt darin, genau zum richtigen Zeitpunkt eine gerade erblühte und möglichst gleichmäßig gewachsene Rose zu schneiden. Das Blattwerk und alle störenden Dornen werden vor dem Galvanisieren entfernt. Man belässt lediglich ein oder zwei der Blätter am Rosenstängel. Danach erfolgt eine Stabilisierung der empfindlichen und vergänglichen Blütenstruktur der Rose. Diese geschieht über mehrere hauchdünne und behutsam aufgetragene Kupferüberzüge. Erst dann kann der eigentliche Vergoldungsprozess im Galvanisierungsbad erfolgen. Auf diese Weise lässt sich die Rose in ihrer schönsten Blüte für die Ewigkeit erhalten. Damit dieser Prozess nicht wegen minderwertiger Ausführung zu einem Ergebnis führt, das keine lange Lebensdauer hat, ist die manuelle Galvanisierung unerlässlich.

Das manuelle Vergolden mittels Galvanisierung wird in Deutschland häufig in speziellen Unternehmen ausgeführt, die sich auf metallische Veredelungen spezialisiert haben. Der Prozess der Veredelung mit einem wertvollen Edelmetall gleicht dort folglich mehr einem Kunstschaffen als etwas anderem. Mit der Galvanisierung können – je nach vergoldetem Gegenstand – verschiedene Schichtstärken umgesetzt werden. Für die Vergoldung von Rosen können Feingold, Gelbgold, Rot- und Roségold genutzt werden. Das verwendete Gold kann wahlweise 14, 18 oder 24 Karat haben. Jede Gold Rose, die das Galvanisierungsbad eines solchen Betriebes verlässt, ist ein Unikat. Die vergoldete Rose verlangt wegen ihrer fragilen Blüte ein besonderes Fingerspitzengefühl und große Kunstfertigkeit. Je frischer die Rose ist, desto besser gelingt die Vergoldung.

Galvanisches Vergolden für vergoldete Rosen

Um eine Gold Rose zu fertigen, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Es geht um ein Verfahren der Oberflächenveredelung. Da die Goldschicht auf der Rose hauchdünn ist, ist die Stabilisierung mittels mehrerer Schichten Kupfer eine wichtige Voraussetzung für die Herstellung einer Gold Rose. Theoretisch könnte man auch gleich diverse Goldschichten auf Blütenkelch und Stängel aufgalvanisieren – aber das würde den Preis der Goldrose beträchtlich in die Höhe treiben.

Um sparsamer zu bleiben und sich den manuellen Galvanisierungsprozess zu vergegenwärtigen, können sich Interessenten bei YouTube Videos über die Herstellung einer Gold Rose ansehen. Als Laie kann man die nicht leitende Oberfläche auch mit einem Silberlack-Leitspray gleichmäßig besprühen. Die vorbereitende Lackschicht muss dann gut durchtrocknen. Dann kann man eine geeignete Wanne mit Glanzkupfer-Elektrolyt befüllen. Nun werden zwei Elektroden bzw. Kupferanoden benötigt. Das, was später eine vergoldete Rose werden soll, wird nun im Bad zwischen den beiden Elektroden postiert. Die Goldrose sollte vollkommen von der Flüssigkeit bedeckt sein. Nun aktiviert man ein Netzteil. Dabei muss die Stromdichte auf das Objekt eingestellt werden, das vergoldet bzw. mit einem Metallüberzug versehen werden soll. Eine zu hohe Stromdichte erzeugt unregelmäßige bzw. grob wirkende Ergebnisse. Die Oberfläche der Vergoldung bzw. Kupfergalvanisierung wirkt porös. Unter anderem daran kann der Fachkundige eine mangelhaft ausgeführte Vergoldung erkennen.

Zwei Stunden später ist die spätere Gold Rose mit Kupfer überzogen und stabilisiert. Vor dem eigentlichen Vergolden muss zunächst das Elektrolyt abgewaschen werden. Die Rose wird nun mit dem Minuspol verbunden. Danach wird die in Kupfer gehüllte Rose per Hand mit einem Stift, auf den ein befeuchtetes Tampon gespannt werden kann, poliert.

Manuelle oder maschinelle Galvanisierung?

Wie Sie sehen, ist das eben geschilderte Galvanisierungsverfahren selbst für einen Profi ein recht aufwendiger und langwieriger Prozess. Kein Wunder, dass die Industrie versucht hat, eine deutlich schnellere Herstellungsweise für eine Gold Rose zu entwickeln. Wie so oft, hat man in China Vergoldungsverfahren entwickelt, die wesentlich billiger und weniger zeitaufwendig sind. Die vergoldete Rose sieht allerdings auch nicht wie ein feines Kunstwerk aus. Sie lässt durch ihre unregelmäßige Oberfläche ahnen, dass sie maschinell hergestellt wurde. Die Kundenrezensionen bei Amazon und anderen Versendern fallen entsprechend schlecht aus. Angeraten wird, lieber auf einen seriösen Versender zu achten, statt ein asiatisches Billigprodukt zu überhöhtem Preis zu kaufen. Nicht zu verwechseln ist übrigens die chinesische Goldrose (Rosa hugonis), die seit 1899 diesen Namen trägt, mit einem vergoldeten Rosen-Präsent. Die echten Goldrosen sind eine gelbliche Unterart der Heckenrose.

 
Die Goldene Rose